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Start der Promotion

Sie haben sich also entschieden nach Ihrem Studium noch zu promovieren. Das zeigt, dass Sie nach Höherem streben und den Dingen gern auf den Grund gehen. Reich wird man mit einem Doktorandengehalt jedoch leider nicht. Aber das dürfte Ihnen sicherlich bereits bewusst sein.

Die meisten Doktoranden sind über eine Drittmittelstelle oder eine Haushaltsstelle an einer Hochschule oder außeruniversitären Forschungseinrichtung angestellt. Da dies alles Einrichtungen des öffentlichen Dienstes sind, richtet sich das Gehalt für angestellte Doktoranden entweder nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) oder dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Einen Ausnahmefall stellt Hessen dar, dann dieses Bundesland ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft der Länder. Somit gilt dort mit dem TV-H ein eigener Tarifvertrag.

Alternativ haben Sie die Möglichkeit Ihre Promotion über ein Promotionsstipendium, eine Industriepromotion an einem Forschungsinstitut der freien Wirtschaft, oder über eine berufsbegleitende Promotion zu finanzieren.

 

Doktorandenstelle nach TV-L

 

Promovieren Sie über eine Doktorandenstelle nach TV-L ist Ihr Nettogehalt hauptsächlich davon abhängig, ob Sie 50%-, 65%- oder sogar eine 100%-Stelle haben. Eine 100%-Stelle ist erfahrungsgemäß eher bei Ingenieuren oder Mathematikern anzutreffen, weniger in den naturwissenschaftlichen Gebieten wie Biologie oder Chemie. Hier müssen Doktoranden meist mit einer 50%- oder 65%-Stelle begnügen.

Gehalt Entgeltgruppe E 13, Stufe 1

 

Einer Doktorandenstelle liegt in der Regel die Entgeltgruppe E 13 (für wissenschaftliche Mitarbeiter (Doktoranden) an Universitäten) zugrunde. Mit Beginn der Promotion werden Sie sich regelmäßig in Stufe 1 wiederfinden. Die regelmäßige Wartezeit um in der Entgeltgruppe E 13 von Stufe 1 zu Stufe 2 aufzusteigen beträgt 1 Jahr.

Weitere Einflussgrößen auf Ihr tatsächliches Nettogehalt sind Ihre Steuerklasse und insbesondere Ihre Entscheidung für oder gegen die VBL Klassik. Bei der VBL handelt es sich um die Altersversorgung des öffentlichen Dienstes. Nähere Informationen können Sie dem folgenden Erklärfilm entnehmen.

VBL – Achtung:

 

Sie haben zu Beginn der Promotion in der Regel die Wahl zwischen der VBL Klassik und der kapitalgedeckten VBL Extra. Dieser Umstand und die Konsequenzen Ihrer Wahl werden leider nicht immer explizit erläutert. Für Sie bedeutet diese Entscheidung jedoch eklatante Unterschiede bei Ihrem Nettogehalt!

Bei einer 65%-Stelle und einer dreijährigen Promotion ergeben sich durch die richtige Entscheidung – meist die Befreiung von der VBL Klassik – höhere Nettoeinkünfte von mehr als 2.000 Euro, wie Sie leicht anhand der folgenden Tabellen überschlagen können. Gerade während der Zeit einer Promotion, in der die Einnahmen meist ohnehin noch nicht luxuriös sind, ist das viel Geld.

 

 

VBL Klassik

VBL Extra bzw. keine VBL

 
Grundgehalt

2332.01 €

2332.01 €

Lohnsteuer

271.50 €

271.50 €

Steuerklasse I
Solidaritätszuschlag

14.93 €

14.93 €

gesetzliche Krankenversicherung

183 €

177.23 €

Beitragssatz 14.9%
gesetzliche Pflegepflichtversicherung

36.72 €

35.56 €

Rentenversicherung

225.14 €

218.04 €

Arbeitslosenversicherung

36.12 €

34.98 €

Zusatzversicherung VBL

39.88 €

0 €

Arbeitnehmeranteil 1.71%
Abzüge gesamt

807.28 €

752.25 €

Netto

1524.73 €

1579.76 €

Steuerjahr 2016
 

Entgeltgruppe E 13, Stufe 1 im Bereich Tarifgebiet West, mit VBL, Tabelle 01.01.2017 – 30.06.2017

 

Entgeltgruppe E 13Stufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
Grundgehalt2332.01 €2588.42 €2726.49 €2994.73 €3365.54 €
Netto1524.73 €1656.74 €1726.69 €1860.43 €1860.43 €
 

Entgeltgruppe E 13, Stufe 1 im Bereich Tarifgebiet West, mit VBL, Tabelle 01.01.2017 – 30.06.2017

 

Entgeltgruppe E 13Stufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5
Grundgehalt2332.01 €2588.42 €2726.49 €2994.73 €3365.54 €
Netto1579.76 €1719.46 €1793.55 €1935.33 €2126.48 €

Krankenversicherung

 

Anders als noch während des Studiums können sich Doktoranden jedoch nicht mehr in der studentischen Krankenversicherung zu einem vergleichsweise günstigen Beitrag (2017: zwischen ca. 68 und 78 Euro/Monat zzgl. Pflegepflichtversicherung) versichern.

Sofern Sie während der Promotion eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter haben, sind Sie versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Genauer gesagt trifft dies zu, sofern Ihr Brutto-Jahresgehalt unter der Jahresarbeitsverdienstgrenze (2017: 57.600 Euro) liegt. Ihre Krankenversicherung läuft damit über Ihre Stelle beziehungsweise Ihren Arbeitgeber.

Finanzieren Sie hingegen Ihre Promotion über ein Stipendium, sind Sie versicherungsfrei und Sie können zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung wählen. Entscheiden Sie sich für die gesetzliche Krankenversicherung sind Sie dort freiwillig versichert und müssen den Mindestbeitrag leisten.

Sind Sie während der Promotion noch immatrikuliert, über 25 Jahre alt und haben kein beitragspflichtiges Einkommen von mehr als 991,67 Euro (allgemeine Mindestbemessungsgrenze im Jahr 2017) pro Monat, liegt Ihr Monatsbeitrag bei 138,83 Euro zuzüglich dem individuellen Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse und zuzüglich Pflegepflichtversicherung. Der Monatsbeitrag ergibt sich, man den Beitragsprozentsatz von 14,0% für freiwillig versicherte Mitglieder ohne Krankengeldanspruch auf die allgemeine Mindesteinkommensgrenze anwendet. Bei der Pflegepflichtversicherung liegt der Beitragssatz im Jahr 2017 bei 2,55% bzw. 2,8% (Kinderlose über 23 Jahr). Der Gesamtbeitrag liegt somit bei einem unterstellten Zusatzbeitrag von 1,0% bei 174,04 Euro/Monat bzw. 176,52 Euro (bei Kinderlosen über 23 Jahren).

Optionstarif

Als promovierter Akademiker werden Sie aufgrund Ihres überdurchschnittlichen Gehalts in der Krankenversicherung versicherungsfrei sein, sprich Sie werden wählen können, ob Sie sich freiwillig gesetzlich oder privat versichern lassen möchten. Entscheiden Sie sich für eine private Krankenvollversicherung oder möchten Sie auch nur die gesetzliche Krankenversicherung mit einer privaten Krankenzusatzversicherung ergänzen, müssen Sie Angaben zu Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer Krankengeschichte leisten. Zuschläge werden von Krankenversicherern oft und schnell erhoben, da diese prüfen, welche Diagnosen bzw. Vorerkrankungen weitere Untersuchungen und Behandlungen nach sich ziehen können.

Sie können und sollten deshalb Ihren Gesundheitszustand einfrieren lassen. Dazu können Sie die Fragen zur Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer Krankengeschichte vorziehen und bereits heute beantworten. Ein erhöhter Blutdruck kann Zuschläge in Höhe von 35-40 Prozent oder 80-100 Euro/Monat auf den Normalbeitrag bedeuten. Solch ein Zuschlag kann Ihnen nicht mehr drohen, wenn Sie rechtzeitig Ihren Gesundheitszustand über einen Optionstarif gesichert haben.

Mehr zu dem Thema Optionstarif erfahren Sie über diesen Link!

Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Leistungen nach dem Fünften Vermögensbildungsgesetz (§25), die vom Arbeitgeber direkt auf das vom Arbeitnehmer benannte Anlagekonto überwiesen werden. Vermögenswirksame Leistungen auf Bausparverträge und Produktivkapitalanlagen werden außerdem – in Abhängigkeit des zu versteuernden Einkommens – mit einer Arbeitnehmersparzulage gefördert.

Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer, Beamten, Richter, Soldaten und auch Auszubildende Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Vollbeschäftigte des öffentlichen Dienstes erhalten monatlich 6,65 Euro, Teilzeitbeschäftigte entsprechend eine anteilige Leistung. Finanzieren Sie Ihre Promotion über ein Stipendium, haben Sie leider keinen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen.

Auch wenn die Beträge Ihnen nicht allzu hoch erscheinen mögen, sollten Sie die vermögenswirksamen Leistungen so bald es geht nutzen. Denn selbst aus einer niedrig verzinsten Anlage mit effektiv 1 Prozent pro Jahr wird bei einer Eigenleistung von 33,35 Euro/Monat durch die Nutzung von vermögenswirksamen Leistungen in Höhe von 6,65 Euro/Monat eine Anlage mit effektiv 6,23 Prozent Verzinsung!

Mehr zu vermögenswirksamen Leistungen und wie Sie diese nutzen können erfahren Sie über diesen Link!

Haftpflichtversicherung

Während Ihres Studiums waren Sie womöglich noch über Ihre Eltern haftpflichtversichert. Womöglich war es aber auch in diesem Zeitraum schon nicht mehr der Fall, da der Versicherer Ihrer Eltern Kinder nur solange mitversichert bis Sie ein bestimmtes Alter erreicht haben oder Ihren Erstwohnsitz am Studienort anmelden. Eine einheitliche Regelung über alle Versicherer hinweg gibt es hier leider nicht.

Unabhängig davon, ob Sie über eine Stelle oder über ein Stipendium promovieren sollten Sie unbedingt verbindlich prüfen, ob Sie noch über den Versicherer Ihrer Eltern haftpflichtversichert sind. Promovieren Sie über eine Stelle, müssen Sie sich in den meisten Fällen spätestens jetzt eigenständig gegen Haftungsrisiken absichern. Eine private Haftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, da bei einem großen Schadenfall Ihre finanzielle Existenz zunichte gemacht werden kann.

Mehr zu dem Thema Privathaftpflichtversicherung erfahren Sie über diesen Link!

Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie nach Möglichkeit bereits im Studium abgeschlossen haben. Dafür sprechen mehrere gute Punkte:

  • Gesundheitszustand: Bei Vertragsabschluss müssen Sie umfangreiche Angaben zu Ihrem Gesundheitszustand und Ihrer Krankengeschichte tätigen. Je länger Sie mit der Absicherung warten, umso höher steigt das Risiko, dass Sie Beitragszuschläge, Leistungsausschlüsse oder Ablehnungen hinnehmen müssen. Denn tatsächlich wählen nicht Sie aus, wo Sie sich versichern möchten, sondern die Versicherer wählen aus, wen sie versichern möchten.
  • Berufsgruppe: Versicherer stufen Sie in Abhängigkeit Ihrer Tätigkeit bei Vertragsabschluss in eine bestimmte Berufsgruppe ein. Während zum Zeitpunkt einer Promotion oder einer Berufstätigkeit betrachtet wird, ob etwa ein Physiker einem Strahlenrisiko ausgesetzt ist, ein Biologe oder Chemiker Umgang mit gesundheitsgefährdenden Stoffen hat oder ein Mediziner operative Tätigkeit ausübt, wird bei Studenten oftmals die günstigste Berufsgruppe zugrundegelegt. Interessant ist vor allem, dass Sie die günstigere Berufsgruppe in der Regel behalten, auch wenn Sie zukünftig eine risikoreichere Tätigkeit aufnehmen. Die günstigere Berufsgruppe kann schnell 15 oder 20 Prozent Beitragsersparnis bedeuten.
  • Absicherung: Eine staatliche Berufsunfähigkeitsabsicherung gibt es seit 2001 nicht mehr. An deren Stelle ist die Erwerbsminderungsrente gerückt, deren Höhe oftmals unter der Höhe der Grundsicherung liegt, weshalb sie dann aufgestockt werden muss. Hinzu kommt, dass ohnehin erst fünf Jahre die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden muss, um überhaupt einen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente zu erhalten. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist somit dringend angeraten!
  • Beitrag: Der Beitrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist umso günstiger, je jünger Sie bei Vertragsabschluss sind. In der Regel ergibt sich deshalb der Effekt, dass Sie für einen längeren Zeitraum bei früherem Vertragsabschluss in der Summe weniger Beitrag zahlen als für einen längeren Zeitraum bei späterem Vertragsabschluss.

Sollten Sie also noch immer keine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen, sollten Sie nicht länger warten. Eine Arztbesuch kann jederzeit nötig werden und zu Beitragszuschlägen, Leistungsausschlüssen oder sogar Ablehnungen führen.

Mehr zu dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung erfahren Sie über diesen Link!

Riesterrente

Ohne Zweifel wird die Altersvorsorge der Bereich, für den Sie finanziell gesehen den größten Aufwand betreiben müssen. Wenn Sie promovieren, sollten Sie die Altersvorsorge nach Möglichkeit nicht weiter aufschieben, denn die Zeit ist der größte Faktor, den Sie für sich arbeiten lassen können.

Schauen wir uns dazu ein kleines Beispiel an:

Mit den richtigen Anlange sind langfristig und nach Kosten 7 Prozent Rendite pro Jahr realistisch. Im einen Fall sparen Sie monatlich 300 Euro über einen Zeitraum von 41 Jahren, im anderen für einen Zeitraum von 39 Jahren an. Über den längeren Zeitraum ergibt sich ein Endkapital von 848.086 Euro, über den 2 Jahre kürzeren Zeitraum hingegen ein Endkapital von nur 730.890 Euro. Es ergibt sich also eine Differenz von über 117.000 Euro, bei einem geringeren Kapitaleinsatz von nur 7.200 Euro! Umgekehrt müssten Sie die Sparrate von 300 Euro/Monat für die kompletten 39 Jahre auf 348,10 Euro erhöhen, um die verlorenen ersten zwei Jahre auszugleichen.

Sofern Sie über eine Stelle promovieren, können Sie bereits von der Riester-Förderung profitieren. Hierbei können Sie bei geringem Eigenaufwand bereits eine hohe staatliche Förderung nutzen. Um die volle Grundzulage von 154 Euro/Jahr (soll 2018 auf 175 Euro angehoben werden) zu erhalten, müssen Sie 4% Ihres Vorjahresbruttogehaltes abzüglich der Zulage selbst einzahlen. Wenn Sie im Vorjahr nur geringe oder keine sozialversicherungspflichtigen Einnahmen hatten, genügt der Mindesteigenbeitrag von 60 Euro/Jahr. Sollten Sollten Sie in dem Jahr, in dem Sie eine Riesterrente abschließen, zum 01.Januar noch keine 25 Jahre alt sein, erhalten Sie zusätzlich zur Grundzulage noch einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro. Wenn später Ihre Einnahmen steigen, können Sie neben der Zulage auch von Steuervorteilen profitieren.

Mehr zu dem Thema Riesterrente erfahren Sie über diesen Link!

Weitere Themen

Abhängig von Ihrer individuellen Situation können weitere Themen wie Vermögensaufbau/-anlage, Unfall-, Hausrat-, Rechtsschutz-, Krankenzusatz- oder Auslandskrankenversicherung zum Tragen kommen. Auch hierzu finden Sie bereits Informationen auf dieser Webseite.

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