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Wesentliches zur Basis-Rente

Ursprünglich als privates Vorsorgeprodukt für Selbständige gedacht, wählen heute auch Arbeitnehmer die Basisrente als Altersvorsorge. Sie gilt als sicher, kalkulierbar und bringt bei einem gehobenen Einkommen einen interessanten steuerlichen Anreiz. Das macht sie zu einer Altersvorsorge für Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

Eine Altersvorsorge mit Kapitaldeckung

 

Die Basisrente funktioniert nach dem Prinzip der Kapitaldeckung. Das bedeutet, der Versicherte schließt einen Vorsorgevertrag mit einem Versicherungsunternehmen ab. Er zahlt über viele Jahre hinweg regelmäßig Beiträge ein, die den Kapitalstock ergeben. Im Gegenzug für seine Einzahlungen erhält er lebenslang eine Leibrente aus den garantierten Leistungen und aus einer Überschussbeteiligung. Die Basisrente ähnelt aufgrund der lebenslangen Zahlung der gesetzlichen Rente. Benannt ist sie als Rürup-Rente nach ihrem Erfinder, dem Ökonom Bert Rürup. Neben der Versorgungslücke im Alter lassen sich bei der Rürup-Rente durch Zusatzbausteine weitere Risiken wie die Erwerbs- und die Berufsunfähigkeit versichern.

 

Eine Rente ohne Zugangsvoraussetzung

 

Anders als die Riesterrente kommt die Rürup-Rente nicht nur für einen bestimmten Kreis an förderberechtigten Personen in Frage. Sie bietet sich für jeden Steuerpflichtigen mit Wohnsitz in Deutschland an, der eine private Altersvorsorge aufbauen will. Da sie steuerlich geltend gemacht werden kann, war sie ursprünglich für Selbständige gedacht, für die eine Riesterrente nicht in Frage kommt. Gerade Selbständige können mit regelmäßigen und einmaligen Beitragszahlungen einen interessanten Steuereffekt generieren, den sie durch keine andere Altersvorsorge erhalten. Der Steuereffekt gilt aber auch für Arbeitnehmer mit einer hohen Steuerlast. Und schließlich können selbstverständlich auch Arbeitnehmer mit einem mittleren Einkommen eine zusätzliche Basisrente abschließen, um ihre Altersvorsorge auf ein solides Fundament zu stellen. Neben der lebenslangen Zahlung als Leibrente ist es also vor allem der steuerliche Anreiz, der die Basisrente interessant macht.

So wichtig ist der Steuervorteil für Sparer

 

Die eingezahlten Beiträge werden bei der Rürup-Rente als Sonderausgaben bei der Einkommenssteuererklärung angesetzt. Eine staatliche Zulage, wie sie bei der Riesterrente vorgesehen ist, gibt es bei der Basisrente nicht. Der maximale Steuervorteil bemisst sich nicht ausschließlich nach der Höhe der eingezahlten Beiträge. Vielmehr sind die nach der aktuellen Steuergesetzgebung steuerlichen Abzugsmöglichkeiten ausschlaggebend. Sie sehen ab 2015 beispielsweise eine Koppelung der absetzbaren Beiträge an die knappschaftliche Rentenversicherung vor. Im Jahr 2015 sind maximal 80 Prozent der Beiträge bis zu 22.172 Euro steuerlich geltend zu machen. Als rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer müssen Sie den abzugsfähigen Beitrag noch um den steuerfreien Anteil des Arbeitgebers zur gesetzlichen Rentenversicherung reduzieren. Aus dieser Regelung ergibt sich, warum die Rürup-Rente besonders für Selbständige so attraktiv ist, denn sie können den gesamten Eigenanteil für ihre Rentenversicherung absetzen, während Arbeitnehmer eine Kürzung um die Beiträge des Arbeitgebers akzeptieren müssen.

SteuerjahrAnteil
200560
200662
200764
200866
200968
201070
201172
201274
201376
201478
201580
201682
201784
201886
201988
202090
202192
202294
202396
202498
2025100

So wird die Auszahlung versteuert

 

Mit dem Beginn der Rentenauszahlung unterliegt diese der Besteuerung. Maßgeblich für die Höhe der Besteuerung ist das Jahr, in dem Sie erstmals eine Rente erhalten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Rentenkohorte. Im Jahr 2040 werden Rentenauszahlungen zum ersten Mal in vollem Umfang versteuert. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2015 sind 70 Prozent der Rentenzahlung steuerpflichtig, lediglich ein Anteil von 30 Prozent bleibt steuerfrei. Diese Steuerlast müssen Sie bei der Berechnung Ihres voraussichtlichen Einkommens im Alter berücksichtigen, da sie Ihr Nettoeinkommen im Alter unmittelbar reduzieren wird. Für die Basisrente kommen somit steuerlich betrachtet in der Ansparphase und in der Auszahlungsphase die gleichen Steuervorschriften zum Tragen wie für die gesetzliche Rente. Der Gesetzgeber hat sich bei der Gestaltung der Rürup-Rente also weitgehend an den Vorgaben der gesetzlichen Rente orientiert.

RentenbeginnBesteuerungsanteil
200550%
200652%
200754%
200856%
200958%
201060%
201162%
201264%
201366%
201468%
201570%
201672%
201774%
201876%
201978%
202080%
202181%
202282%
202383%
202484%
202585%
202686%
202787%
202888%
202989%
203090%
203191%
203292%
203393%
203494%
203595%
203696%
203797%
203898%
203999%
2040100%

Lukrative Förderung und Steuerbegünstigung

Statt einer Basisrente ist es grundsätzlich eine Überlegung zum Beispiel direkt in einen Aktienfonds anzusparen. Im Rahmen einer fondsgebundenen Basisrente können je nach Versicherer diverse Investmentfonds ausgewählt, kombiniert und immer wieder getauscht werden. Für den Vergleich einer Basisrente mit einem Aktienfonds ist es somit möglich die gleiche Kapitalanlage zugrunde zu legen. Spontan würde man vermutlich schlussfolgern, dass das direkte Ansparen in einen Aktienfonds lukrativer sein müsste, sprich sich höhere Kapitalwerte und damit letztlich höhere Rentenwerte ergeben müssten. Denn die laufenden Kapitalanlagekosten sind zunächst identisch, da es sich in beiden Varianten um den gleichen Aktienfonds handelt. Diese Kosten werden in einer Variante allerdings ergänzt durch die Kosten der Rentenversicherung, in diesem Fall der Basisrente. In den meisten Fällen wird man tatsächlich mit der Basisrente jedoch (deutlich) besser fahren. Schauen wir uns dazu ein konkretes Beispiel an.

Beispiel Basisrente vs. Aktienfonds

 

Ausgangssituation

Alter: 29 Jahre
Bruttoeinkommen: 60.000 Euro/Jahr
Nettoeinkommen: 2.868 Euro/Monat
Rentenbeginn mit 67 Jahren
Steuersatz in der Ansparphase: 43,80 Prozent
Steuersatz in der Rentenphase: 30,66 Prozent
Rendite nach Kapitalanlagekosten: 5,5 Prozent p.a.
Abschlussgebühr der Basisrente: 2,5 Prozent der Beitragssumme, verteilt über 5 Jahre
Verwaltungskosten der Basisrente: 9,7 Prozent vom Beitrag
Ausgabeaufschlag der Fondsanteile 5,0 Prozent

 

Rendite nach Steuer, ohne Fondswechsel

ProduktRendite nach Steuer p.a.Bruttobeitrag p.M. 2017Bettobeitrag p.M. 2017Bruttorente p.M. 2055Nettorente p.M. 2055
Basisrente4,46%300,00 Euro189,62 Euro1.770,80 Euro1.008,10 Euro
Aktienfonds3,44%189,62 Euro189,62 Euro963,93 Euro791,39 Euro

Die höhere Rendite nach Steuer bei der Basisrente ergibt sich dadurch, dass die Basisrente steuerlich gefördert wird. Die Sparraten beziehungsweise Beiträge können im weiter oben beschriebenen Rahmen von der Steuer abgesetzt werden. So kann bei gleichem Nettobeitrag wie beim Aktienfonds ein abhängig vom individuellen Steuersatz deutlich höherer Bruttobeitrag in die Basisrente fließen. Dadurch ergibt sich auch eine deutlich höhere Bruttorente, die zwar in höherem Maße zu versteuern ist als beim Aktienfonds, aber immer noch eine höhere Nettorente bedeutet.

Wertentwicklung nach Steuer, ohne Fondswechsel

 

Rendite nach Steuer, 4 Fondswechsel

Der steuerliche Vorteil der Basisrente kann bei einem oder mehreren Wechseln der Kapitalanlage noch größer ausfallen. Warum ist das so?

Die Kursgewinne, die beim Verkauf der Fondsanteile anfallen, müssen bei der direkten Anlage in den Aktienfonds versteuert werden. Hier greift die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, die sich mit dem Solidaritätszuschlag und ggf. der Kirchensteuer auf gut 28 Prozent erhöht. Innerhalb einer Rentenversicherung, so auch innerhalb der Basisrente, kann die Kapitalanlage beliebig oft getauscht werden, ohne dass Steuern abzuführen sind.

ProduktRendite nach Steuer p.a.Bruttobeitrag p.M. 2017Bettobeitrag p.M. 2017Bruttorente p.M. 2055Nettorente p.M. 2055
Basisrente4,46%300,00 Euro189,62 Euro1.770,80 Euro1.008,10 Euro
Aktienfonds2,96%189,62 Euro189,62 Euro824,80 Euro677,16 Euro

Wertentwicklung nach Steuer, 4 Fondswechsel

Wie beim Vergleich der Werte zu erkennen ist, hat sich trotz der 4 Fondswechsel bei der Rendite nach Steuer sowie bei den Rentenbeträgen der Basisrente keine Änderung ergeben. Die Werte des Aktienfonds hingegen sind gesunken.

Da wir hier Altersvorsorge-Varianten besprechen, betrachten wir Zeiträume von etwa 30 bis 45 Jahren. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass über diese langen Zeiträume kein Wechsel der Kapitalanlage erfolgt. Zumal die meisten Anlagen spekulativer Art sind, ist von mehreren Fondswechseln auszugehen. Selbst bei sehr guten Kapitalanlagen, die zudem auf Spekulation verzichten, muss aufgrund der systematischen Risiken von mindestens einem Fondswechsel ausgegangen werden. Denn mit näher rückendem Rentenbeginn sollte eine Umschichtung von Anlagen am Aktienmarkt hin zu schwankungsärmeren Anlagen wie etwa Anleihen erfolgen. Bereits ein solcher Fondswechsel bedeutet eine Reduzierung der Rendite nach Steuer bei der direkten Aktienfondsanlage von 3,44 Prozent auf 3,26 Prozent beziehungsweise eine Reduzierung der 791,39 Euro/Monat auf 747,50 Euro/Monat.

Das folgende Schaubild zur Wertentwicklung zeigt, dass sich die Aktienfondsanlage bei jedem Wechsel des Investmentfonds um die Steuer reduziert – sofern der Sparerpauschbetrag von 801 Euro/Jahr ausgeschöpft ist. Von diesem Umstand ist auszugehen, da es in der Regel neben einem Sparprozess für die Altersvorsorge noch weitere Sparprozesse für zum Beispiel eine Immobilie geben wird. Zudem wird mit wachsendem Vermögen und entsprechenden Gewinnen ein Freistellungsauftrag immer schneller aufgebraucht sein.

Im Vergleich sind wir davon ausgegangen, dass für die Kauf der Aktienfondsanteile ein Ausgabeaufschlag in Höhe von 5 Prozent anfällt. Natürlich kann es auch sein, dass hierauf Rabatte gewährt werden oder ein solcher unter Umständen nicht anfällt. In letzterem Fall würde sich dir Rendite nach Steuer bei der direkten Anlage in den Aktienfonds von 3,44 Prozent auf 3,57 Prozent erhöhen. Ein gegebenenfalls anfallender Ausgabeaufschlag wirkt sich also verhältnismäßig gering aus. Deutlich stärker ins Gewicht fallen hingegen die laufenden Kosten sowie die mit der Kapitalanlage verbundene Renditeerwartung. Das beste Beispiel für eine herausragende Kapitalanlage stellen unsere Portfolios im Bereich Vermögensverwaltung dar.

Achtung!

 

Pauschale Aussagen zur Wahl des individuell „richtigen“ Altersvorsorge-Bausteins gestalten sich schwierig.
Denn diese ist unter anderem abhängig von den Bruttoeinnahmen, dem Familien- und Krankenversicherungsstatus sowie auch von persönlichen Präferenzen. Denn vereinfacht ausgedrückt ist die Wahl der persönlichen Altersvorsorge-Bausteine immer auch eine Wahl zwischen Förderung in der Ansparphase und Flexibilität. So unterscheiden sich die Basisrente, die betriebliche Altersvorsorge, die Riesterrente und die private Rentenversicherung unter anderem bezüglich der Leistungen im Ruhestand, der Vererbbarkeit, der Absicherung gegen Hartz-IV oder der Verfügbarkeit des angesparten Kapitals. Zudem muss immer auch die Renditeerwartung des konkreten Anlageproduktes betrachtet werden. Aus diesem Grund ist eine fundierte Vorsorgeplanung mit einem spezialisierten Berater angeraten.

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Häufig gestellte Fragen

Was die Basisrente ist
Ähnlich wie die Riester-Rente ist die Basisrente ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das dabei helfen soll, Ihnen im Ruhestand ein ausreichendes Einkommensniveau zu sichern. Umgangssprachlich wird sie nach dem Ökonomen Bert Rürup oft auch als „Rürup-Rente“ bezeichnet. Im Unterschied zur Riester-Rente fördert der Staat die Basisrente nicht auch mit einer Zulage, sondern ausschließlich über einen Steuervorteil.

So können Sie die Beiträge zu Basisrenten-Produkten im Jahr 2016 bis zu 22.762 Euro (Ehepaare 45.454 Euro) einschließlich der Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung beziehungsweise zu Versorgungswerken steuerlich absetzen. Der förderfähige Höchstbetrag ist dabei dynamisch an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung (West), der jährlich angepasst wird, gekoppelt.

Der steuerlich absetzbare Anteil Ihrer eingezahlten Beiträge betrug im Jahr 2015 80 Prozent und steigt jährlich um 2 Prozent bis auf 100 Prozent bis zum Jahr 2025 an. 2016 können Sie demzufolge 82 Prozent Ihrer eingezahlten Beiträge absetzen.

Auf der anderen Seite müssen Sie Ihre Rentenleistungen versteuern. Ab dem Jahr 2040 wird Ihre volle Rente mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern sein. Bis dahin steigt der steuerbare Anteil von 72 Prozent im Jahr 2016 um 2 Prozent jährlich bis zum Jahr 2020, danach um 1 Prozent jährlich.

Zudem ist zu bedenken, dass der Staat für die steuerliche Förderung gewisse Rahmenbedingungen vorgibt. So gelten nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst, b) EStG folgende Konditionen:

  • Leistung nur als lebenslange Rente zugunsten des Steuerpflichtigen (Versicherungsnehmers),
  • Leistung nicht vor dem vollendeten 62. Lebensjahr,
  • Die Ansprüche dürfen nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein,
  • Als Hinterbliebene kommen nur der Ehegatte und die kindergeldberechtigten Kinder in Betracht. Ist eine Todesfallleistung vereinbart, muss diese an die Hinterbliebenen als Rente gezahlt werden,
  • Eine Absicherung gegen das Risiko Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit ist zulässig, wenn der Beitrag dafür weniger als die Hälfte des Gesamtbeitrags ausmacht.

 

Welche Tarifmodelle es gibt
Deutsche kapitalbildende Versicherungen

Bei deutschen kapitalbildenden Altersvorsorgeprodukten müssen die Versicherer gemäß § 11 Abs. 1 VAG vorsichtig kalkulieren. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, dass Versicherer mit einer geringeren Rendite am Kapitalmarkt kalkulieren, mit höheren Risikokosten und höheren Kosten, die im Geschäftsbetrieb anfallen. Wenn die tatsächlichen Ergebnisse besser ausfallen, entstehen Überschüsse, die zum Großteil an die Versicherungsnehmer zurückgegebenen werden müssen und den Garantiezins (1,25% bei Verträgen mit Versicherungsbeginn im Jahr 2016) ergänzen.
Da deutsche Versicherer maximal 35 Prozent des Sicherungsvermögens in Aktien und ähnlichen Anlagen investieren dürfen, sind die Renditeaussichten begrenzt. Als Versicherungsnehmer haben Sie keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Kapitalanlagen, denn die Lebensversicherer verwalten das überwiegend konservativ angelegte Sicherungsvermögen selbst.

Fondsgebundene Rentenversicherungen

Hier werden die Sparbeiträge in einen oder mehrere Investmentfonds angelegt, wobei Ihnen der Versicherer einen oder eine Vielzahl verschiedener Investmentfonds von einer oder mehreren Kapitalanlagegesellschaften zur Auswahl stellt. Sie können mehrere Fonds gleichzeitig besparen und während der Laufzeit auch die Zusammensetzung der Fonds im vorhandenen Guthaben oder für die künftige Investition der Beiträge verändern. Die gewünschten Kapitalanlagen können Sie selbst zusammenstellen können (bzw. in Zusammenarbeit mit Ihrem Makler). Steigen die Märkte beziehungsweise Fonds, können Sie hohe Renditen erzielen, fallen diese, können Sie auch Verluste erleiden. Alternativ können Sie auch auf Anlagestrategien zurückgreifen, die Ihnen die Verwaltung der angelegten Beiträge abnehmen sollen. Einige Tarife bieten zudem die Möglichkeit eine Garantie, zum Beispiel in Form einer Beitragsgarantie, zu vereinbaren. Die Überschussbeteiligung ist bei diesen Produkten praktisch nicht von Bedeutung, da die Wertentwicklung sich nach den ausgewählten Fonds richtet.

Britische/Irische With-Profit Versicherungen

Die Sparbeiträge werden in einen internen Managed Fund angelegt. Häufig wird eine garantierte Erlebensfallleistung vereinbart. Der für diese Garantieleistung verwendete Zinssatz ist meistens niedriger als bei deutschen klassischen Versicherungen. Außerdem wird die Garantie nur unter bestimmten Bedingungen gewährt, zum Beispiel nur zum vereinbarten Fälligkeitszeitpunkt Ihrer Versicherung. Jährlich wird hingegen vom Versicherer ein Bonus deklariert, der für ein Jahr garantiert ist. Bei Fälligkeit des Vertrags oder bei Kündigung kann ein sogenannter Schlussbonus erteilt werden. Mit dem Schlussbonus werden Sie abschließend an der tatsächlich realisierten Wertentwicklung des Vertrages beteiligt.
Einige Versicherer wenden ein mathematisches Glättungsverfahren an („Smoothing“), mit dem die Schwankungen an den Kapitalmärkten zwischen den Versicherungsnehmern ausgeglichen werden sollen. Britische und irische Versicherer können dadurch bis zu 100 Prozent in Aktien investieren und damit höhere Renditen erzielen.

Hybridprodukte

Hybridprodukte sind eine Kombination aus kapitalbildenden und fondsgebundenen Versicherungen.

  • Statische Hybridprodukte

Die Beiträge werden aufgeteilt werden auf das Sicherungsvermögen und eine Fondsanlage. Der Beitrag, der in das Sicherungsvermögen fließt, ist genau so hoch, dass nach jährlicher Verzinsung mit dem Garantiezins bei Fälligkeit die garantierte Ablaufleistung erwirtschaftet wird. Der konventionelle Teil des Tarifs erwirtschaftet also auch dann noch die Garantie, wenn die Fonds einen Totalverlust erleiden. Für den Teil des Beitrags, der für die Anlage in Investmentfonds genutzt wird, können Sie häufig aus mehreren angebotenen Fonds auswählen. Im Unterschied zur fondsgebundenen Versicherung wird nur ein kleiner Teil des Beitrags in Fonds eingezahlt, weil der größere Teil für die Sicherstellung der Garantieleistung benötigt wird.

  • Dynamische 2-Topf-Hybridprodukte

Einige Anbieter stellen die Garantie nicht durch eine statische Beitragsaufteilung zwischen den beiden Anlagetöpfen sicher, sondern passen die Aufteilung des Guthabens und der Beiträge dynamisch an, um eine höhere Anlage in Fonds zu erreichen und dennoch zu jedem Zeitpunkt die Garantie sicherstellen zu können. Die Garantieleistung wird nicht mehr alleine aus dem Sicherungsvermögen erbracht, sondern zusätzlich aus einem Garantiefonds, in den ein Teil der Beiträge eingezahlt wird. Garantien werden also auf externe Anbieter ausgelagert. Der Garantiefonds muss zum Ablauftermin zum Beispiel eine Beitragsrückgewähr, also eine Verzinsung der Beiträge mit 0 Prozent gewähren. Nun wird ein deutlich geringerer Beitragsanteil für die Anlage im Sicherungsvermögen benötigt, ein größerer Anteil kann in den Garantiefonds eingezahlt werden, der wiederum auch in Aktien an legen kann.

  • Dynamische 3-Topf-Hybridprodukte

Bei den vorangegangenen Hybrid-Varianten wird die Entwicklung der Kapitalanlagen nicht berücksichtigt. Die Garantien werden auch dann erfüllt, wenn man einen Totalverlust der Kapitalanlagen erleidet. Nun kann man aber in schwierigen Börsenzeiten Teile des Fondsguthabens den Kapitalmarktschwankungen entziehen durch Umschichtung in das Sicherungsvermögen. Man muss die Garantieleistung also nicht voll konservativ über das Sicherungsvermögen gewährleisten. Vielmehr wird der höchstmögliche Verlust innerhalb einer Periode definiert. Der Fondsanteil muss so groß sein, dass auch bei diesem höchstmöglichen Verlust am Ende der Periode ausreichend Guthaben für die Absicherung der Garantie im Sicherungsvermögen vorhanden ist.

Beim dynamischen 3-Topf-Hybrid werden mehrere Geldanlagetöpfe gebildet. Ein Topf ist das klassische Sicherungsvermögen, ein anderer ist ein Garantiefonds und der dritte Topf einer oder mehrere gewöhnliche Investmentfonds. Regelmäßig werden die Sparanteile der Beiträge, aber auch das bereits vorhandene Guthaben auf die verschiedenen Töpfe aufgeteilt, je nach Kapitalmarktsituation. Der permanente Abgleich soll für eine hohe Aktienquote sorgen bei gleichzeitiger Sicherstellung der Garantieleistung.

Indexpolicen

Der wesentliche Unterschied zu anderen Produkten besteht in der Investition des Beitrags in ein speziell aufgelegtes Wertpapier, meistens ein Zertifikat. Die Wertentwicklung des Vertrages ist an die Entwicklung des Zertifikats gekoppelt. Das Zertifikat wiederum ist regelmäßig an die Wertentwicklung eines oder mehrerer Indizes gekoppelt wie zum Beispiel dem Euro Stoxx 50 Index. Häufig findet man die Kombination mit Optionsstrategien vor, bei denen die Wertentwicklung nach oben und unten begrenzt wird. Durch die Begrenzung nach unten wird eine Garantie gegeben, zum Beispiel in der Form, dass bei einer auf Jahressicht negativen Entwicklung des Referenzindex die Sparbeiträge garantiert sind. Umgekehrt wird dafür zum Beispiel auf Monatssicht die positive Wertentwicklung des Referenzindex gedeckelt.

Variable Annuities

Bei Variable Annuities handelt sich um fondsgebundene Rentenversicherungen, die Sie um flexible Garantien individuell ergänzen können. Dabei ist der Versicherer immer der Garantiegeber. Die Kapitalanlage wird über gewöhnliche Investmentfonds vorgenommen. Die Kosten für die Garantien sind transparent, sodass der Versicherungsnehmer bewusst entscheiden kann, was ihm eine bestimmte Garantie wert ist. Je höher das Risiko, desto höher die Garantiekosten. Die Garantien werden durch ein internes, mathematisch aufwendiges Risikomanagement am Kapitalmarkt abgesichert. Das Besondere an Variable Annuities ist die Gewährung bestimmter Garantien bei gleichzeitig sehr hoher Partizipation an den Chancen der Kapitalmärkte. Außerdem sind diese Produkte regelmäßig sehr flexibel. In Deutschland selbst dürfen Variable Annuities wegen des Aufsichtsrechts noch nicht aufgelegt werden. Sie werden daher regelmäßig über ausländische Tochtergesellschaften mit Sitz in Irland oder Luxemburg auf den deutschen Markt gebracht.

Welche Zusatzversicherungen mit der Basisrente kombiniert werden können
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit in begrenztem Umfang als Zusatzversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung in einen Basisrentenvertrag einzubauen. Diese darf allerdings maximal knapp 50% des Gesamtbeitrags ausmachen. Auf diese Weise angeschlossene Zusatzversicherungen können Sie steuerlich ansetzen. Sie erhalten also einen Teil Ihres finanziellen Aufwandes über eine Steuerrückerstattung wieder (siehe Abschnitt „Das Wichtigste zur Basisrente – So wichtig ist der Steuervorteil für Sparer“). Wie hoch dieser Teil ausfällt, hängt primär von Ihrem Steuersatz und dem jeweiligen Jahr ab.

Allerdings müssen Leistungen aus Zusatzversicherungen zu einer Basisrente in der Regel höher versteuert werden. Während zum Beispiel für selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen die günstigere Ertragsanteilsbesteuerung greift, unterliegen die Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung, die mit einer Basisrente kombiniert ist, der stufenweise nachgelagerten Besteuerung ((siehe Abschnitt „Das Wichtigste zur Basisrente“ – So wird die Auszahlung versteuert). Abhängig von der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente und der gesamten steuerlichen Situation kann hierbei eine deutlich höhere steuerliche Belastung gegeben sein.

Was passiert, wenn Sie während der Ansparphase versterben
Basisrenten sind grundsätzlich nicht vererbbar und das angesparte Vermögen würde bei einem Todesfall in der Ansparphase an das Versichertenkollektiv verfallen. Allerdings bieten Versicherer je nach Tarif alternativ folgende Möglichkeiten an:

  • Vereinbarung einer Hinterbliebenenrente für Ehepartner und kindergeldberechtigte Kinder in bei Vertragsabschluss festgelegter Höhe
  • Auszahlung des angesparten Vermögens als Hinterbliebenenrente an den Ehepartner oder die kindergeldberechtigten Kinder

Was passiert, wenn Sie während der Auszahlphase versterben
Ähnlich wie in der Ansparphase verfällt das noch nicht ausgezahlte Guthaben bei Tod in der Auszahlphase grundsätzlich an das Versichertenkollektiv. Allerdings können Sie bei den meisten Versicherern eine Rentengarantiezeit oder eine Hinterbliebenenrente vereinbaren. Zumeist finden Sie je nach Anbieter folgende Varianten vor:

  • Vereinbarung einer Hinterbliebenenrente in prozentualer Höhe der Hauptrente
  • Vereinbarung einer Rentengarantiezeit: Waren zum Beispiel 10 Jahre Rentengarantiezeit vereinbart und stirbt die versicherte Person nach vier Jahren, wird die Rente noch für sechs Jahre weiter bezahlt. Die Dauer der Rentengarantiezeit kann bis zum Rentenbeginn angepasst werden.
  • Kombination einer Rentengarantiezeit und einer Hinterbliebenenrente: Aus dem Wert, der noch ausstehenden Renten nach Todesfall wird eine lebenslange Hinterbliebenenrente gebildet. Alternativ gibt es auch Modelle, die das Kapital bei Rentenbeginn betrachten, davon die bereits ausgezahlten Renten abziehen und aus dem Restkapital eine Hinterbliebenenrente bilden.

Die Hinterbliebenenrente kann Ehegatten oder kindergeldberechtigten Kindern zukommen. Während Sie bei Ehegatten lebenslang geleistet wird, erfolgt die Auszahlung bei Kindern nur solange Kindergeld gezahlt wird.

Was bei einem Verzug ins Ausland zu bedenken ist
Die Leistungen aus einer Basis-Rente sind nicht an einen Aufenthalt in Deutschland gekoppelt. Allerdings profiteren Sie von der steuerlichen Förderung nur solange Sie Ihr Einkommen in Deutschland versteuern. Planen Sie einen längerfristigen oder dauerhaften Verzug ins Ausland, verlieren Sie den primären Vorteil einer Basis-Rente. Die Besteuerung der Leistungen wird aber in der Regel weiterhin gegeben sein. Wie genau, hängt davon ab, ob mit dem Land, in den Sie Ihren Wohnsitz verlegen, ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht. Ist dies der Fall, wird Ihre Rente nach den Gesetzen des jeweiligen Staates besteuert. Behalten Sie jedoch auch zusätzlich einen Wohnsitz in Deutschland, ergeben sich keine Veränderungen bei der Versteuerung.

Ob Sie Geld aus Ihrem Vertrag entnehmen können
Bei der Basis-Rente ist weder die Auszahlung des angesparten Kapitals noch eine Teilkapitalisierung möglich. Dafür wird das angesparte Kapital nicht auf Arbeitslosengeld II angerechnet und es ist während der Ansparzeit gemäß § 851c Abs. 2 ZPO nicht pfändbar. Voraussetzung hierfür ist, dass Vertragsabschluss und Beitragszahlungen erfolgen, bevor Arbeitslosengeld II beantragt wurde.

Was passiert, wenn Sie einen finanziellen Engpass haben
Sollten Sie einmal in einen finanziellen Engpass geraten, können Sie die Beitragszahlung aussetzen, in dem Sie Ihre Basis-Rente beitragsfrei stellen. Die Beitragszahlung können Sie jederzeit wieder aufnehmen und, sofern von Ihnen gewünscht, können Sie auch die ausgefallenen Beiträge nachzahlen. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit die Beiträge anzupassen. Abhängig davon, für welche Maßnahme Sie sich entscheiden, müssen Sie mit Auswirkungen auf die späteren Leistungen, sprich Rentenzahlungen, rechnen.

Haben Sie Ihre Basis-Rente mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung kombiniert, bestehen je nach Versicherer ebenfalls Möglichkeiten Ihren Vertrag vorübergehend anzupassen, ohne negative Auswirkungen auf Ihren Versicherungsschutz fürchten zu müssen. Meist können Sie für einen begrenzten Zeitraum mit der Beitragszahlung aussetzen. Spätestens nach diesem Zeitraum verringert jedoch sich Ihr Versicherungsschutz, es sei denn, dass Sie die ausgesetzten Beiträge, je nach Versicherer verzinst oder unverzinst, nachzahlen. Können Sie Ihre Beiträge für einen längeren Zeitraum nicht leisten, müssen Sie Einbußen bei Ihrem Versicherungsschutz hinnehmen. In der Regel muss Ihr Versicherungsvertrag zudem einen gewissen Zeitraum von wenigen Jahren bestanden haben, bevor Sie sogenannte Beitragspausen nutzen können.

Ob Sie Ihre Basisrente kündigen können
Eine Basis-Rente können Sie nicht kündigen, sondern beitragsfrei stellen. Infolge einer Beitragsfreistellung wird das bis dahin angesparte Vermögen weiter verzinst beziehungsweise investiert und zum Rentenbeginn als Rente ausgezahlt. Aufgrund der entfallenen Beiträge wird die Rente geringer als ursprünglich kalkuliert ausfallen.

Ob Sie Ihren Rentenbeginn verlegen können
Sie können die Auszahlphase je nach Versicherer in gewissen Grenzen verlegen. Vom Gesetzgeber ist lediglich eine untere Altersgrenze von 62 Jahren (60 Jahren bei Vertragsabschluss bis 2011) vorgegeben. Infolge einer Verlegung können sich die Leistungen und der steuerpflichtige Prozentsatz (siehe Abschnitt „Das Wichtigste zur Basis-Rente“ – So wird die Auszahlung versteuert) der Rente anpassen.

Welche Rentenbezugsformen es gibt
Je nach Versicherer und Tarif werden folgende Rentenformen angeboten, deren Bezeichnung jedoch mitunter abweicht. Im ersten Schritt ist zwischen konventionellen und investmentorientierten Verrentungsformen zu unterscheiden.

Konventionelle Verrentungsformen

  • Dynamische Rente:
    Aus den Überschüssen während der Rentenbezugszeit wird eine nicht garantierte Dynamisierung der Rente finanziert.
  • Teildynamische Rente:
    Aus den Überschüssen während der Rentenbezugszeit wird eine zusätzliche Rente und die Dynamisierung der Rente finanziert. Sowohl die zusätzliche Rente als auch die Steigerungen können je nach Überschusslage gesenkt werden.
  • Konstante Rente:
    Die Überschüsse während der Rentenbezugszeit werden so aufgeteilt, dass sich eine über die Rentenbezugszeit gleichbleibende flexible Überschussrente ergibt. Die zusätzliche Rente kann je nach Überschusslage gesenkt oder erhöht werden.

Investmentorientierte Rente
Bei einer investmentorientierten Anlage des Verrentungskapitals haben Sie auch in der Rentenphase die Möglichkeit, stärker von den Renditechancen der Kapitalmärkte zu profitieren als bei der konventionellen Kapitalanlage eines deutschen Lebensversicherers. Das Verlustrisiko ist begrenzt, da die zum Rentenbeginn einmal garantierte Rente lebenslang gezahlt wird und nicht mehr gesenkt werden kann. Die Erhöhungen der Rentenleistung aus Kapitalerträgen können jedoch schwanken oder ganz entfallen.

Hier gelangen Sie zum Vertrags-Service Ihres Versicherers

Nachfolgend finden Sie Links zu den Vertrags-Service-Seiten diverser Versicherer. Dort können Sie Ihre Anschrift ändern, eine neue Bankverbindung hinterlegen oder einen Schaden melden. Ändert sich infolge einer Heirat Ihr Name haben Sie auf jenen Seiten die Möglichkeit, Ihren Versicherer darüber in Kenntnis zu setzen. Je nach Versicherer stehen Ihnen weitere Service-Angebote zur Verfügung.

 

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