Wie hilfreich sind Prozessquote und Leistungsquote in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

In Gesprächen mit potentiellen Kunden wiederholen sich auffällig oft die gleichen Fragestellungen. Das ist insbesondere bei Medizinern zu beobachten, die im Vorfeld ein Gespräch bei der Deutschen Ärztefinanz hatten.

Für alle Nichtmediziner ist an der Stelle zu erwähnen, dass die Deutsche Ärztefinanz vereinfacht gesagt der Vertrieb der Deutschen Ärzteversicherung (Tochterunternehmen der Deutschen Ärzteversicherung, wiederum ein Tochterunternehmen der AXA Versicherung, und der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, kurz apobank) ist und bei der Berufsunfähigkeitsversicherung und bei der Rentenversicherung ausschließlich den Tarif bzw. die Tarife der Deutschen Ärzteversicherung vermitteln darf. 

Wenn man so eingeschränkt ist, sucht man sich natürlich ein paar Argumente zusammen, weshalb gerade der eine Tarif vermeintlich der "Porsche" unter allen Tarifen sei. Eines der angeführten Argumente ist hierbei die sogenannte Prozessquote. 

Vorneweg:

Sowohl die Prozessquote, aber auch die Leistungsquote, helfen bei der Tarifwahl nicht wirklich weiter. Es gibt viele andere, viel wichtigere Parameter, die Sie beachten sollten. 

Was soll die Prozessquote eigentlich ausdrücken?


Einschläge Vertriebe, unbedarfte Vermittler sowie manche Zeitschriften und Interplattformen, die vermutlich ihren Schwerpunkt nicht unbedingt auf Fachkompetenz legen, setzen die Prozessquote gern mal etwas reißerisch ein. Schließlich soll die Prozessquote besonders faire Versicherer kennzeichnen, so der Gedanke. Allerdings sagt sie leider nichts darüber aus, wie viele Prozesse der Versicherer verloren oder gewonnen hat oder ob es zu einem Vergleich gekommen ist.   

Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Einholen eines Gutachtens durch einen Versicherer legitim und nachvollziehbar ist. Viele Versicherer haben sich in der Vergangenheit beachtliches medizinisches Know-How aufgebaut. In komplexen Fällen reicht auch dieses mitunter nicht aus, zumal es die persönliche Begutachtung durch einen Spezialisten nicht ersetzen kann. Zudem geht es bei einem Gutachten nicht nur um eine medizinische Diagnose, sondern auch um die Fragestellung, wie sich eine bestehende Erkrankung auf die individuelle Tätigkeit des Versicherten auswirkt. Gutachter müssen aufgrunddessen neben medizinischer Kompetenz auch über Kenntnisse in der Berufskunde verfügen.

Im Übrigen strengen Versicherer bei Weitem nicht in allen Fällen ein Gutachten an. Gemäß Auskünften durch die Versicherer selbst geschieht dies bei lediglich fünf bis sechs Prozent aller Leistungsprüfungen. Die häufigsten Gutachten, knapp zwei Drittel aller Gutachten, sind übrigens psychiatrische Gutachten, gefolgt von orthopädischen und chirurgischen Gutachten.

BU-Prozessquoten (für die Jahre 2016 bis 2020)

Gesellschaften

2020

2019

2018

2017

2016

AachenMünchener

1,59%

1,64%

1,44%

1,54%

1,54%

Allianz

1,50%

1,35%

1,27%

1,30%

1,21%

Alte Leipziger

0,86%

0,80%

0,98%

1,13%

1,49%

AXA

1,52%

1,46%

1,93%

1,75%

1,46%

Barmenia

0,59%

0,51%

0,69%

1,37%

1,92%

Basler

1,48%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Bayern Versicherung

3,17%

2,62%

2,35%

2,65%

1,72%

Canada Life

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Community Life

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Concordia Oeco

0,00%

1,86%

1,46%

0,00%

0,00%

Condor

7,04%

6,97%

3,61%

4,05%

6,49%

Continentale

0,77%

1,07%

0,96%

0,97%

0,99%

Cosmos Direkt

7,09%

5,64%

3,20%

2,62%

1,12%

DBV

1,52%

1,95%

1,93%

1,75%

1,46%

Debeka

0,46%

0,35%

0,34%

0,76%

0,81%

Deutsche Ärzteversicherung

0,96%

1,29%

1,01%

0,91%

0,56%

DEVK Eisenbahn a.G.

9,32%

7,81%

5,97%

3,73%

3,70%

DEVK

0,48%

1,13%

0,95%

1,43%

0,00%

Dialog

0,00%

0,00%

0,00%

0,00%

0,00%

die Bayerische

0,91%

1,17%

1,48%

k.A.

k.A.

ERGO Vorsorge

0,97%

1,17%

1,48%

k.A.

k.A.

Familienfürsorge

k.A.

k.A.

3,08%

2,09%

1,88%

Generali

k.A.

k.A.

k.A.

1,61%

1,42%

Gothaer

3,21%

3,94%

3,73%

2,35%

1,17%

Hannoversche Leben

1,29%

1,20%

2,08%

2,39%

3,70%

HanseMerkur

1,80%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

HDI

0,77%

1,12%

1,13%

1,26%

1,45%

Helvetia

11,54%

10,71%

6,49%

k.A.

k.A.

HUK24

k.A.

k.A.

6,29%

6,61%

5,25%

HUK-Coburg

k.A.

k.A. 

6,29%

6,61%

5,25%

Inter

10,00%

7,37%

6,67%

4,69%

4,06%

Interrisk

0,00%

0,00%

k.A.

k.A.

k.A.

Itzehoer

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

LV1871

2,03%

0,99%

1,19%

1,47%

1,97%

LVM

0,00%

0,00%

0,83%

0,61%

0,41%

Mecklenburgische

k.A.

3,60%

3,60%

0,00%

0,00%

Münchener Verein

0,00%

0,00%

2,62%

1,81%

1,43%

myLife

k.A.

k.A.

k.A.

6,67%

5,26%

Nürnberger

0,95%

1,24%

1,52%

2,31%

2,21%

Nürnberger Beamten

k.A.

0,00%

0,00%

6,31%

k.A.

Öfftl. Berlin

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

0,00%

Öfftl. Braunschweig

1,82%

2,33%

k.A.

k.A.

k.A.

Provinzial Rheinland

1,05%

0,43%

0,00%

0,00%

0,00%

Provinzial Nordwest

0,47%

1,08%

0,88%

0,79%

k.A.

R+V

1,40%

1,41%

1,48%

1,34%

0,96%

Signal Iduna

3,46%

3,75%

2,88%

2,30%

3,24%

Standard Life

5,33%

4,34%

4,30%

3,42%

4,01%

Stuttgarter

1,94%

3,66%

3,90%

2,92%

0,79%

Süddeutsche

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Sparkassen Versicherung

1,18%

1,13%

0,59%

0,00%

0,00%

Swiss Life

0,85%

1,02%

0,68%

0,39%

0,16%

uniVersa

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

VGH Versicherungen

1,55%

2,11%

1,44%

0,76%

2,24%

Volkswohl Bund

2,23%

1,93%

1,90%

1,91%

2,09%

VPV Lebensversicherung AG

3,37%

1,77%

1,69%

1,48%

1,39%

Wüttembergische

3,07%

1,65%

2,02%

3,40%

4,44%

WWK

k.A.

2,19%

1,52%

1,78%

1,95%

Zurich

2,54%

3,43%

1,55%

1,31%

2,24%

Quelle: MORGEN & MORGEN, Stand 14.05.2020, Angaben ohne Gewähr

Ein weiteres Kernproblem der Prozessquote zeigt die obenstehende Tabelle. Jeder ausgewiesene Wert stellt nur eine Momentaufnahme dar, der letztlich nichts über die Situation in zehn, 20 oder 30 Jahren aussagt. So können beispielsweise bessere Versicherungsbedingungen zu stark veränderten Werten führen. Weitere Ursachen könnten eine veränderte Geschäftspolitik und / oder ein größerer Wechsel in der entsprechenden Abteilung des Versicherers sein. 

So schön eine (momentan) niedrige Prozessquote auch scheinen mag, sollte doch nicht vergessen werden, dass es noch viele andere Kennzahlen und Parameter zu Berufsunfähigkeitsversicherungen gibt, denen eine teils deutlich höhere Wertigkeit beizumessen ist. An erster Stelle sind hier die Versicherungbedingungen zu nennen, denn diese regeln, wann ein Versicherer leisten muss oder gegebenenfalls die Leistungspflicht umgehen könnte. Außerdem gelten die Versicherungsbedingungen unverändert über die gesamte Vertragslaufzeit, während eine Leistungsfallprüfung von sich verändernden Faktoren abhängt (Geschäftspolitik, etc.).

Eine niedrige Prozessquote könnten unter Umständen sogar negativ zu bewerten sein. Denn womöglich führt ein Versicherer einfach weniger Prozesse, weil er aufgrund schlechter Versicherungsbedingungen ohnehin wenig Aussicht auf Erfolg sieht.

Versicherungsbedingungen sind deutlich wichtiger als die Prozessquote

Ein sich verändernder Wert zur Prozessquote ist bei Weitem nicht so wichtig wie es die Versicherungsbedingungen sind. Im ersten Schritt sollte aber noch davor eine professionelle, anonymisierte Risikovoranfrage stehen. In derem Rahmen kläre ich für Sie ab, bei welcher Gesellschaft Sie die besten Annahmebedingungen erhalten.  

Versicherer sind verpflichtet Prozesse zu führen


Als Versicherter würde man sich womöglich wünschen, dass jeder Leistungsantrag ohne Umschweife bewilligt wird. Leider kann diese Vorstellung der Realität nicht standhalten. Denn Versicherer haben die Pflicht, die Leistung bei einer unberechtigten Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu verweigern. Damit wird letztlich nur jeder einzelne Versicherte geschützt. Andernfalls würde die Versicherungsprämie immer weiter steigen, wenn selbst Versicherungsbetrügern eine Leistung gewährt würde. 

Der Versicherungsbeitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung wird individuell berechnet, basiernd auf den Angaben zu den Gesundheitsfragen, zu den Freizeitkativitäten, der ausgeübten beruflichen Tätigkeit und auch dem Alter bei Vertragsabschluss. Werden hier im Vorfeld Leiden verschwiegen, die am Ende sogar zu einem Leistungsanspruch führen, wäre das nicht mit dem Versicherungsprinzip vereinbar und würde sich negativ auf das gesamte Versichertenkollektiv auswirken.

Risikofragen unbedingt korrekt beantworten!

Über die letzten Jahre und Jahrzehnte sind die Versicherungsbedingungen in der Breite großteils stark verbessert worden. Natürlich gibt es auch heute noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen. Wenn wir aber die korrekte Angaben bei den Risikofragen, d.h. bei den Gesundheitsfragen, bei den Fragen zu Freizeitaktivitäten und zur beruflichen Tätigkeit, leisten sowie einen Tarif mit sehr guten Versicherungsbedingungen wählen, können wir Probleme im Leistungsfall auf ein Minimum reduzieren. 

Sollten Sie Vorerkrankungen haben beziehungsweise Risikofragen bejahen müssen, empfiehlt es sich unbedingt im Vorfeld eines Versicherungsantrages eine Risikovoranfrage zu stellen. Gern gehe ich zusammen mit Ihnen die zu leistenden Angaben durch und stelle diese anonymisiert diversen Gesellschaften zur Prüfung. So finden wir die Anbieter mit der für Sie besten Annahmebedingung und können womöglich Erschwernisse wie Beitragszuschläge, Leistungsausschlüsse oder Ablehnungen vermeiden. 

Ablehnungsgründe bei beantragter Leistung


Es mag überrachend wirken, aber der häufigste Grund, dass Versicherer eine beantragte Leistung ablehnen, ist eine ausbleibende Reaktion des Kunden. Damit Versicherer den Leistungsanspruch prüfen können, werden nachvollziehbarerweise Unterlagen wie Befunde, Gutachten, etc. benötigt. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Kunden der Aufforderung entsprechende Nachweise einzureichen nicht nachkommen. 

Die zweithäufigste Ursache ist das Nichterreichen eines Grades der Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent, was die Standardregelung in den Tarifen darstellt. Hier spielen insbesondere die Versicherungsbedingungen eine wichtige Rolle. Denn wenn ein Versicherer zum Beispiel vertraglich zunächst eine betriebliche Umorganisation verlangen darf, wird es für den Kunden schwieriger eine Leistung zu erhalten.   

Ablehnungsgrund

Häufigkeit

Keine Reaktion der Kunden

37,30%

Nichterreichung 50% BU-Grad

34,19%

Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

8,04%

Anfechtung bzw. Betrugsfall

7,96%

Ausschlussklauseln

2,01%

Konkrete Verweisung

0,64%

Abstrakte Verweisung

0,19%

Sonstige Gründe

9,67%

Quelle: MORGEN & MORGEN, Stand 05/2020, Angaben ohne Gewähr

Was sagt eigentlich die Leistungsquote aus?


Mit der Leistungsquote ist es ähnlich wie mit der Prozessquote, sie wird leider oftmals leichtfertig angeführt, um vermeintlich gute von schlechten Anbietern von Berufsunfähigkeitsversicherungen abzugrenzen. Tatsächlich führt diese Kennziffer häufig zu Fehlinterpretationen. Im Kern soll sie ausdrücken, welcher Anteil der Leistungsanträge vom Versicherer bewilligt wurde. 

Es ist wenig überraschend, dass diese Kennzahl bei vielen Verbrauchern Beachtung findet, denn schließlich hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass Versicherer nie zahlen wollen und es folglich auch nicht tun beziehungsweise mit allen Mitteln versuchen würden die Leistung zu umgehen. Insofern soll die Leistungsquote dabei helfen Anbieter auszuwählen, die vielleicht eher zahlen. 

Schauen wir uns an, inwiefern die Leistungsquote wirklich weiter helfen kann oder womöglich doch überschätzt wird.

Die Aussagekraft der Leistungsquote

Beitragsbefreiung oder Berufsunfähigkeitsrente?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich in die zwei Varianten "Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit" und "Berufsunfähigkeitsrente" unterteilen. Erstere sichert die Beiträge zu einem Altersvorsorgevertrag (meist Private Rentenversicherung oder Basisrentenversicherung) in der Art ab, dass bei Eintritt der Berufsunfähigkeit der Versicherer den Sparprozess fortführt und gegebenenfalls steigert ("passive Dynamik").

Die BU-Leistungsquote deckt beide Varianten ab, obwohl der Umfang der Leistung, die der jeweilige Versicherer erbringen muss, sehr stark variieren kann.  Mit diesem Wissen könnte jetzt folgende These aufgestellt werden: "Versicherer, die überwiegend Beitragsbefreiungen im Vertragsbestand haben, weisen eine bessere Leistungsquote auf." Denn es ist natürlich ein Unterschied, ob der Versicherer monatlich 3.000 Euro Rente auszahlen muss oder "nur" eine monatliche Sparrate in Höhe von 75 Euro fortführen muss. Vielleicht sind Versicherer ja eher zu leisten bereit, wenn die zu erbringende Leistung kleiner ausfällt. Immerhin sind ja auch die Risikofragen für eine reine Beitragsbefreiung mitunter vereinfacht gestaltet. Eine Beleg führt diese These gibt es aber nicht.

Man muss auch zugunsten der Versicherer anführen, dass der Beitrag für eine reine Beitragsbefreiung genauso kalkuliert ist wie für eine Berufsunfähigkeitsrente. Wenn also im einen Fall freigiebig geleistet würde, würde auch die Kalkulation nicht mehr aufgehen und die Beiträge müssten entsprechend angehoben werden.

Versicherer geben die Zahlen vor

Es gibt Rating-Häuser wie zum Beispiel MORGEN & MORGEN, die Leistungsquoten für die einzelnen Versicherer ausweisen. Allerdings sind diese hierbei immer auf die Versicherer angewiesen, da es keine offiziellen Zahlen gibt. Es wird also nicht unabhängig erhoben, wie oft Leistungen beantragt und wie oft Leistungen gewährt wurden.

Zudem stellt sich die Frage, ab wann ein Versicherer eine Leistung denn überhaupt als beantragt betrachtet. Dies könnte der Fall sein, wenn ein Kunde beim Versicherer Formulare anfordert, um dann mit diesen einen Leistungsantrag einzureichen. Womöglich zählt der Versicherer aber auch erst, wenn die ausgefüllten Formulare zurückgesendet wurden oder wenn auch alle angeforderten Unterlagen und Gutachten eingereicht wurden. 

Leistungsquoten nach Versicherer verfälschen das Ergebnis

Viele Versicherer haben nach wie vor mehr als eine Tarivariante im Angebot. Neben einem Basistarif mit vergleichsweise schlechten, rudimentären Versicherungsbedingungen gibt es dann noch einen Komfort- oder Premiumtarif, der einige Verbesserungen aufweist. Es ist offensichtlich, dass die Leistung bei einem solchen Basistarif deutlich seltener erfolgen wird. Womöglich kann der Versicherer hier sogar abstrakt auf andere Tätigkeiten verweisen. Damit so etwas nicht passieren kann, sollte jeder seriöse Versicherungsvermittler die Versicherungsbedingungen selbst analysieren. Wie viel Sinn macht dann aber eine Leistungsquote, die nicht nach einzelnen Tarifen unterscheidet, sondern alle in einen Topf wirft? Eben. Gar keinen.

Der Kraftstoffverbrauch wird auch nicht nach Hersteller angegeben, sondern nach Modell. Anders wäre es auch unsinnig. 

Dennoch möchte ich Ihnen die Leistungsquoten der Berufsunfähigkeitsversicherer nicht vorenthalten. 

BU-Leistungsquoten (für die Jahre 2016 bis 2020)

Gesellschaften

2020

2019

2018

2017

2016

AachenMünchener

73,77%

72,28%

70,89%

71,11%

71,07%

Allianz

83,49%

82,99%

82,53%

82,21%

82,32%

Alte Leipziger

76,84%

77,23%

76,27%

74,73%

73,51%

AXA

84,38%

84,91%

84,17%

82,85%

82,25%

Barmenia

69,80%

69,22%

65,43%

65,60%

68,21%

Basler

72,03%

74,00%

76,01%

75,81%

74,68%

Bayern Versicherung

74,29%

77,18%

77,54%

79,21%

79,96%

Canada Life

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Community Life

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

Concordia Oeco

65,95%

67,42%

62,98%

62,11%

59,58%

Condor

92,63%

94,15%

93,06%

92,99%

90,31%

Continentale

74,03%

75,48%

74,68%

73,23%

71,52%

Cosmos Direkt

78,18%

78,17%

77,53%

76,03%

71,52%

DBV

84,38%

84,91%

84,17%

82,85%

82,25%

Debeka

79,53%

79,37%

79,83%

80,80%

79,26%

Deutsche Ärzteversicherung

86,88%

87,13%

86,31%

78,47%

78,35%

DEVK Eisenbahn a.G.

86,73%

84,17%

81,58%

81,96%

81,37%

DEVK

65,46%

67,02%

67,86%

72,03%

66,59%

Dialog

71,11%

71,08%

71,35%

72,87%

77,91%

die Bayerische

70,48%

68,88%

65,80%

65,02%

66,20%

ERGO Vorsorge

75,10%

75,19%

79,21%

k.A.

k.A.

Familienfürsorge

k.A.

k.A.

65,36%

64,57%

67,04%

Generali

k.A.

k.A.

k.A.

79,26%

77,19%

Gothaer

78,18%

81,82%

78,07%

78,46%

74,44%

Hannoversche Leben

80,26%

78,40%

75,04%

77,34%

75,30%

HanseMerkur

1,80%

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

HDI

85,71%

86,57%

84,26%

82,09%

80,88%

Helvetia

75,45%

76,24%

70,97%

k.A.

k.A.

HUK24

77,37%

k.A.

73,13%

70,05%

68,11%

HUK-Coburg

77,37%

k.A. 

73,13%

70,05%

68,11%

Inter

76,47%

75,66%

77,71%

72,80

67,77%

Interrisk

62,80%

53,69%

52,92%

50,00%

58,26%

LV1871

80,66%

77,33%

76,95%

73,48%

71,07%

LVM

70,89%

77,33%

70,13%

71,08%

72,27%

Mecklenburgische

k.A.

55,02%

55,02%

60,70%

61,03%

Münchener Verein

78,13%

78,75%

77,91%

77,28%

72,37%

myLife

63,89%

70,00%

k.A.

68,06%

63,51%

Nürnberger

76,93%

73,89%

73,53%

72,67%

70,11%

Nürnberger Beamten

k.A.

62,73%

60,21%

65,73%

63,77%

Öfftl. Berlin

51,30%

57,69%

68,57%

63,89%

60,00%

Öfftl. Braunschweig

85,63%

81,48%

78,78%

77,85%

81,17%

Provinzial Rheinland

81,92%

74,63%

72,84%

73,48%

75,36%

Provinzial Nordwest

79,88%

80,73%

78,65%

77,53%

k.A.

R+V

84,95%

84,92%

84,44%

84,11%

82,16%

Signal Iduna

78,33%

77,34%

71,11%

77,83%

78,59%

Standard Life

86,92%

85,37%

85,81%

83,39%

83,73%

Stuttgarter

74,39%

80,46%

84,85%

77,62%

71,87%

Süddeutsche

k.A.

k.A.

k.A.

66,28%

61,96%

Sparkassen Versicherung

87,02%

85,26%

83,82%

83,41%

81,75%

Swiss Life

77,87%

79,30%

79,13%

77,12%

74,22%

uniVersa

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

k.A.

VGH Versicherungen

87,93%

87,37%

86,31%

85,66%

86,20%

Volkswohl Bund

75,78%

74,18%

74,47%

72,46%

72,38%

VPV Lebensversicherung AG

82,79%

85,26%

85,25%

85,13%

84,30%

Wüttembergische

83,55%

83,85%

84,57%

84,76%

83,19%

WWK

k.A.

70,72%

67,83%

65,73%

65,46%

Zurich

76,97%

77,05%

74,83%

73,84%

71,70%

Quelle: MORGEN & MORGEN, Stand: 14.05.2020, Angaben ohne Gewähr

Auch die Leistungsquote ist nur eine Momentaufnahme


Wie die Prozessquote ist auch die Leistungsquote nur eine Momentaufnahme. Wenn man sie überhaupt bei der Tarifwahl heranziehen möchte, sollte sie immer im Kontext betrachtet werden. 

Bei jungen Versicherern beziehungsweise Anbietern, die erst seit Kurzem Berufsunfähigkeitsversicherungen anbieten, kann die Leistungsquote starke Schwankungen aufweisen. Allenfalls in Kombination mit weiteren Kennzahlen der Versicherer kann auch die Leistungsquote an Aussagekraft gewinnen. Liegen diese nicht vor, sollte unbedingt fachmännische Hilfe in Anspruch genommen werden. Das ist ohnehin empfehlenswert, da andere Punkte wie etwa eine professionelle Risikovoranfrage oder die Analyse der Versicherungsbedingungen im Vergleich viel, viel, viel wichtiger sind. 

Im konkreten Leistungsfall hilft eine vermeintlich gute Leistungsquote überhaupt nicht weiter. Sie ist und bleibt bestenfalls eine Momentaufnahme, während die Versicherungsbedingungen über die gesamte Vertragslaufzeit Gültigkeit haben. An diese muss der Versicherer sich halten! 

Fragen Sie sich selbst, was die Leistungsquote zu folgenden aussagt:

  • Ging der Leistung ein jahrelanger Rechtsstreit voraus oder wurde schnell und umgehend geleistet? 
  • Wurde letztlich ein Vergleich geschlossen oder die Leistung in versicherter Höhe gewährt?
  • Hat der Versicherer ein befristetes Anerkenntnis ausgesprochen oder wurde die Berufsunfähigkeit, und damit auch die Leistungspflicht, unbefristet anerkannt?
  • Erfolgte die Leistung basierend auf einer anerkannten Berufsunfähigkeit oder basierend auf einer Arbeitsunfähigkeitsklausel (Krankschreibung) für einen befristeten Zeitraum (zum Beispiel 18 oder 24 Monate)?
  • Verfährt der Versicherer bei der Leistungsfrage für eine reine Beitragsbefreiung anders als bei einer echten Berufsunfähigkeitsrente?

Berufsunfähig durch Verkehrsdelikt

Ein einfaches Beispiel soll zeigen, weshalb die Analyse der Versicherungsbedingungen viel wichtiger als die isolierte Betrachtung der Leistungsquote ist. Eine Gesellschaft kann eine scheinbar sehr gute Leistungsquote aufweisen, aber vertraglich die Möglichkeit haben die Leistung zu umgehen, wenn die Berufsunfähigkeit auf ein Verkehrsdelikt zurückzuführen ist. Womöglich könnte er unterstellen, dass das Verkehrsdelikt sogar vorsätzlich begangen wurde, woraufhin der Versicherte beweisen müsste, dass dem nicht so ist. Was hilft Ihnen in diesem Fall eine (zwischenzeitlich) hohe Leistungsquote? Nichts.

Fazit zu Prozessquote und Leistungsquote


Die Prozess- und Leistungsquoten dürfen bei der Auswahl des passenden Versicherungstarifes bestenfalls eine untergeordnete Rolle einnehmen. Sie stellen beide lediglich eine Momentaufnahme dar.

Die Prozessquote sagt nichts darüber aus, wie viele Prozesse die Gesellschaft gewonnen oder verloren hat oder wie oft es zu einem Vergleich gekommen ist. Die Leistungsquote sagt nichts darüber aus, wann letztlich geleistet wurde, in welchem Umfang und basierend auf welchen Versicherungsbedingungen. 

Auf dem Weg zur passenden Absicherung sollte an erster Stelle immer eine anonyme Risikovoranfrage stehen, bevor im zweiten Schritt die Versicherungsbedingungen der infragekommenden Tarife analysiert werden. Erst danach sollten wir uns mit der konkreten Vertragsgestaltung befassen. Nutzen Sie für diese Schritte meine Unterstützung, damit Sie im Ernstfall auf die benötigte Leistung zählen können. 

Worauf Sie bei Ihrer Absicherung achten sollten


Wie bereits erwähnt, gibt es wichtigere Punkte als die Prozess- und / oder Leistungsquote auf dem Weg zu einer wirklich vernünftigen Berufsunfähigkeitsversicherung zu beachten. Möchten Sie auch im Leistungsfall eine möglichst reibungslose Abwicklung durch den Versicherer, empfehlen sich die folgenden Punkte:

  • Detaillierte Analyse der Versicherungsbedingungen, geprüft durch ausgebildete Juristen: Die Versicherungsbedingungen legen für die gesamte Vertragszeit fest, wann Ihr Versicherer leisten muss und wann er gegebenenfalls die Leistungspflicht umgehen kann. Da die Versicherungsbedingungen so juristisch verklausuliert formuliert sind, werden Sie als juristischer Laie deren Qualität kaum einschätzen können.
  • Wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen: Durch das Verschweigen abgefragter, risikoerheblicher Umstände riskieren Sie den Vorwurf der arglistigen Täuschung. 
  • Sorgfältige Bearbeitung des Leistungsantrages: Befassen Sie sich einmal ausführlich und in Ruhe mit den nötigen Unterlagen, um Missverständnisse und Leistungsverzögerungen zu vermeiden.
  • Austausch mit einem spezialisierten Versicherungsmakler: Klären Sie im Vorfeld einer Antragsstellung mit Hilfe eines ausgewiesenen Experten ab, was die einzelnen Punkte in den Versicherungsbedingungen bedeuten und worauf Sie achten sollten.

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